Selbsthilfe

Zur Bedeutung der Selbsthilfe

Der Besuch einer Selbsthilfegruppe kann ein wichtiger Teil der Bewältigung und des Umgangs mit einer psychischen Erkrankung sein. Es gibt sowohl Gruppen nur für Betroffene bzw. Angehörige als auch gemischte Gruppen.

Viele Betroffene erleben es als sehr hilfreich, wenn sie sich mit Menschen, die dieselbe Erkrankung haben, austauschen können. Ihre Kompetenz im Umgang mit der Krankheit wird gestärkt und sie können von den Erfahrungen anderer lernen. In Krisensituationen kann eine Selbsthilfegruppe ein stützendes und stabilisierendes Element darstellen. Durch Studien weiß man, dass der Besuch einer Selbsthilfegruppe Klinikaufenthalte verkürzen kann. Mit der Teilnahme an einer Gruppe entstehen neue soziale Kontakte, manchmal auch Freundschaften. Besonders Menschen, die erst kürzlich die Diagnose "Bipolare Störung" bekommen haben, können vom Wissen langjähriger Selbsthilfe-Erfahrener profitieren.

Auch für Angehörige kann der Besuch einer Selbsthilfegruppe sehr wertvoll sein. Hier können sie lernen, mit der Erkrankung ihres Partners, Kindes oder Elternteils besser umzugehen und diese wirksam zu unterstützen. Auch die manchmal notwendige Abgrenzung und das Achten auf die eigenen Bedürfnisse können vermittelt werden.

Falls die nächste Selbsthilfegruppe zu weit von Ihnen entfernt sein sollte oder Sie wegen Ihrer momentanen Befindlichkeit (z.B. aufgrund einer akuten Depression) den direkten Kontakt zu anderen Menschen scheuen, könnte ein Internetforum zum Thema Bipolare Störungen hilfreich sein. Dort tauschen Sie sich anonym mit anderen Betroffenen und Angehörigen aus. Die DGBS bietet seit 2002 ein solches Forum an: Klicken Sie hier.

Selbsthilfegruppen-Verzeichnis

Auf der Website der DGBS befindet sich ein umfangreiches Verzeichnis von Selbsthilfegruppen für bipolar Erkrankte und/oder deren Angehörige. Sie können Gruppen in Ihrer Nähe ganz einfach durch das Eingeben Ihrer Postleitzahl finden: Die nächstgelegene Gruppe wird Ihnen zuerst angezeigt.

Sollten Sie in diesem Verzeichnis in Ihrer Region keine Selbsthilfegruppe finden, fragen Sie bitte auch bei den örtlichen Kliniken für Psychiatrie sowie den regionalen Kontaktstellen für Selbsthilfe. Oftmals bestehen dort Gruppen, die keine Öffentlichkeitsarbeit betreiben.

Fragebogen zu Ihrer Selbsthilfegruppe

Sie können diesen Fragebogen hier herunterladen und ausdrucken. Je mehr Ihrer Kreuzchen sich auf der rechten Seite befinden, desto unzufriedener scheinen Sie mit Ihrer Gruppe zu sein. In diesem Fall regen Sie entweder eine Änderung der Gruppengepflogenheiten an oder Sie verlassen diese Gruppe. Hier sei auch angemerkt, dass eine Selbsthilfegruppe nicht für jeden etwas ist. Möglicherweise ziehen Sie mehr Nutzen aus dem Besuch einer Psychoedukationsgruppe oder einer Einzelpsychotherapie.

Diese Funktion steht nur für angemeldete Benutzer zur Verfügung

►► zum nächsten Kapitel: Krisenplan

Drucken SPACER ungelesen SPACER als gelesen markieren