Frühwarnzeichen

Die ersten Symptome, mit denen sich eine erneute Krankheitsepisode ankündigt, sind sehr individuell. Sie zu erkennen, zu beachten und die richtigen Schritte einzuleiten, um eine manische oder depressive Phase zu verhindern oder zumindest abzuschwächen, gehört zu den wichtigsten Instrumenten der Krankheitsbewältigung.

Viele Betroffene bemerken als erstes eine Veränderung ihrer Schlafgewohnheiten. Benötigen sie auf einmal viel weniger oder viel mehr Schlaf als sonst, ist Vorsicht geboten. Auch ein auffällig anderes Sozialverhalten sollte zu denken geben: Sind Sie auf einmal lockerer als sonst im Umgang mit Fremden oder versuchen, zwischenmenschlichen Begegnungen auszuweichen und sich abzukapseln, ist es an der Zeit, Ihren momentanen Zustand zu hinterfragen. Wenn Sie sich dabei ertappen, mehr und schneller zu reden als sonst und die Geduld zu verlieren, wenn andere Ihren Gedankengängen nicht mehr folgen können, seien Sie auf der Hut.

Weitere Frühwarnsymptome können sein:

  • gesteigerte oder deutlich verminderte Libido
  • verändertes Konsumverhalten (bis hin zum Kaufrausch)
  • das Gefühl, Sie seien wichtiger und größer als die Menschen in Ihrer Umgebung
  • Sie haben auf einmal unzählige neue Pläne und "geniale" Geschäftsideen
  • Sie quälen sich mit Selbstvorwürfen und Schuldgefühlen
  • Sie fühlen sich ruhelos und springen von einem Thema zum nächsten
  • Ihre Gedanken drehen sich um Ihren Tod und wie Sie ihn schnellstens herbeiführen können

Sollte ein oder mehrere dieser Anzeichen für Sie zutreffen, ist es an der Zeit zu handeln. Nehmen Sie Kontakt zu Ihrem behandenden Arzt auf und schildern Sie ihm die Veränderungen. Machen Sie einen zeitnahen Termin mit ihm aus und befolgen Sie seine Vorschläge, die Medikation zu erhöhen oder zu verändern. So können Sie eventuell einen Klinikaufenthalt vermeiden.

 

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